Hallo, liebe Wortkünstler! Das Institut für grafische Wissensorganisation sucht Wortgewaltige und Schreibwütige mit unbeschreiblicher Ausstrahlung. Unter Euch mindestens 16 Jahre alten Hobbyschreibern, wohnhaft in Mecklenburg-Vorpommern und Umgebung, wird ein Preisträger ernannt, der für seinen ganz eigenen Schreibstil eine Anerkennung in Form von 1000,-€ verdient hat. Außerdem werden je einmal 750,-€ und 500,-€, sechs Mal 250,-€ und zehn Mal 100,-€ an weitere Preisträger vergeben, die im Alltag nichts mit dem Verfassen ihrer Texte verdienen.

Der Award ist Bestandteil der Forschung am Institut für grafische Wissensorganisation in Rostock. Dort wurde der Textrapic-Algorithmus entwickelt, der nun, im Rahmen des MIND-SET-AWARD 2017, mal auf einem ganz neuen Feld erprobt wird. Der Algorithmus hat für Euch zehn ca. 20-seitige Exzerpte in fünf zufälligen Bereichen erstellt, aus denen Ihr, ähnlich wie im Improvisationstheater, Artikel text-hexen sollt. Die kleine Herausforderung: Nur die Textrapic-Exzerpte sind die inhaltliche Inspirationsquelle. Aber das wird wahrscheinlich ein Kinderspiel.

  1. Teilnahmebedingungen hier laden und lesen
  2. Exzerpte hier laden und zu 5 Artikeln verarbeiten (ab 1. Dezember)
  3. jeden Artikel in ein 01_Leerdokument_mit_Formatierung.doc packen
  4. benennen und abspeichern
  5. und fertige Artikel an mindsetaward2017 E-Mail senden (siehe Teilnahmebedingungen)

Wichtig, wichtig!! Ihr dürft auf keinen Fall Textbausteine 1 zu 1 übernehmen. Es sei denn, Ihr heißt zu Guttenberg und seit vollkommen frei von Zitiermanieren. Aus jeder Rubrik wählt Ihr eines der zwei Themen aus und schreibt daraus eure ca. 2500 Zeichen umfassenden Artikel. Ihr dürft kritisch hinterfragen, leidenschaftlich bekräftigen, sogar frech sein, aber bitte nicht zu “objektiv”. Wir wollen schließlich Euch in Eurem Text kennen lernen.

Hinweise zum Umgang mit den Quellen, zu den Teilnahmebedingungen, zum Aufbau und auch das Inspirationsmaterial aller fünf Rubriken findet Ihr nebst einem Musterbeispiel hier. Nur vollständige Einsendungen werden bewertet. Also erspart der Jury Schlafmangel, weil sie nach den fehlenden Artikeln sucht. Apropos Bewertung: Die Juroren beurteilen einzeln, unabhängig und nach einem Punktesystem, das Ihr ebenfalls auf hier nachlesen könnt.

Die fünf Textbeiträge (nicht vergessen! je Rubrik einer), schickt Ihr dann bitte aller allerspätestens bis zum 15. Januar 2017 ein und dann müsst Ihr nur noch am 18. Februar 2017 zur Preisverleihung im Zwischenbau Rostock anwesend sein. Die TOP-25 Einsendungen erhalten je zwei Freikarten zur Abendveranstaltung am 18. Februar 2017 im Zwischenbau. Die Preisvergabe erfolgt nach Punktezahl und Anwesenheit. Wer nicht vor Ort ist, verschenkt also seinen Preis an die Nachrücker. Und nun ran an die Rechner! Die Jury ist schon ganz gespannt.

Ich bin noch nicht ganz zufrieden, wie jeden Tag, so geht bei uns Entwicklung. Zum Glück haben wir vor einem Jahr auf kleine-Scripte-bauen umgestellt und vom Alles-in-Allem Softwarepaket Abstand genommen. Unser Verhältnis von Research and Development liegt derzeit bei etwa 8:1.

Die Änderungen am Algorithmus waren so kontinuierlich, die Testreihen so zahlreich, ein permanenter Softwareumbau wäre da nur teuer und unnötig. Wir sind so viel, viel schneller geworden. Allein die Textdatenvisualisierung hat 2011 noch 3 ganze Tage gedauert, jetzt sind es unter 3 Stunden, da freut sich der Erbsenzähler. Ausserdem sind mit der T3CQ und Xzerpt zwei Komponenten dazugekommen die Textrapic langsam aber sicher in Richtung Massenmarkt treiben.

Der letzte Wurf ist dabei wirklich gut geworden und Anlass genug mal wieder was “von Hand” zu schreiben, statt der Maschine den Job zu geben, hat er doch gezeigt, was noch nicht gut ist, alles wie immer. Die Computerstimmen sind nur schwer zu ertragen, die Redeanteile zu lang, die Übergänge zu brüchig, die Artefakte beim Screenrecording lästig und, und, und.

Aber Stop mal, wo soll das hinführen? Kurz zur Erinnerung: Wir finden Muster in großen Textmengen und können aus den Mustern wieder Text machen, nur das der dann viel kürzer ist. Die Suche nach potenziellen Nutzern und Anwendungsfeldern geht leicht, Begeisterung ist so schnell erzeugt, wie bezahlte Pilotprojekte verabredet sind, aber dann gibt es oft einen Punkt da stockt es, und dieser Punkt ist wirklich spannend – vor allem im Bereich Journalismus!

Jetzt verstehe ich auch, warum einige Technologien “disruptiv” genannt werden und vor allem, wie sie dazu wurden. Die sind nicht einfach da und knallen dann durch, da gibt es immer ein Vorspiel, das mit bestehenden und gut funktionierenden Strukturen zu tun hat und mit deren Selbstbehauptungsambitionen, wie bei Stromberg oder wie im Journalismus.

Darum rechne ich jetzt mal ein Finanzierungsmodell durch, Journalismus mit Textrapic hat ja noch keiner probiert, ohne Abo, ohne Anzeigen. Es wird eine Mischung aus “Urlaub auf dem Bauernhof” und Öffentlichkeitsarbeit. Warum? Weil es geht :)