Monats-Archive: Juli 2016

Ich bin noch nicht ganz zufrieden, wie jeden Tag, so geht bei uns Entwicklung. Zum Glück haben wir vor einem Jahr auf kleine-Scripte-bauen umgestellt und vom Alles-in-Allem Softwarepaket Abstand genommen. Unser Verhältnis von Research and Development liegt derzeit bei etwa 8:1.

Die Änderungen am Algorithmus waren so kontinuierlich, die Testreihen so zahlreich, ein permanenter Softwareumbau wäre da nur teuer und unnötig. Wir sind so viel, viel schneller geworden. Allein die Textdatenvisualisierung hat 2011 noch 3 ganze Tage gedauert, jetzt sind es unter 3 Stunden, da freut sich der Erbsenzähler. Ausserdem sind mit der T3CQ und Xzerpt zwei Komponenten dazugekommen die Textrapic langsam aber sicher in Richtung Massenmarkt treiben.

Der letzte Wurf ist dabei wirklich gut geworden und Anlass genug mal wieder was “von Hand” zu schreiben, statt der Maschine den Job zu geben, hat er doch gezeigt, was noch nicht gut ist, alles wie immer. Die Computerstimmen sind nur schwer zu ertragen, die Redeanteile zu lang, die Übergänge zu brüchig, die Artefakte beim Screenrecording lästig und, und, und.

Aber Stop mal, wo soll das hinführen? Kurz zur Erinnerung: Wir finden Muster in großen Textmengen und können aus den Mustern wieder Text machen, nur das der dann viel kürzer ist. Die Suche nach potenziellen Nutzern und Anwendungsfeldern geht leicht, Begeisterung ist so schnell erzeugt, wie bezahlte Pilotprojekte verabredet sind, aber dann gibt es oft einen Punkt da stockt es, und dieser Punkt ist wirklich spannend – vor allem im Bereich Journalismus!

Jetzt verstehe ich auch, warum einige Technologien “disruptiv” genannt werden und vor allem, wie sie dazu wurden. Die sind nicht einfach da und knallen dann durch, da gibt es immer ein Vorspiel, das mit bestehenden und gut funktionierenden Strukturen zu tun hat und mit deren Selbstbehauptungsambitionen, wie bei Stromberg oder wie im Journalismus.

Darum rechne ich jetzt mal ein Finanzierungsmodell durch, Journalismus mit Textrapic hat ja noch keiner probiert, ohne Abo, ohne Anzeigen. Es wird eine Mischung aus “Urlaub auf dem Bauernhof” und Öffentlichkeitsarbeit. Warum? Weil es geht :)