„Spieglein, Spieglein an der Wand… “: fragte einst die Königin. Eine vom Jugendwahn befallene Dame sieht ihre Haut schrumpeln, fürchtet Konkurrenz und möchte meucheln. Der Spiegel, seelenlos und ganz neutral, spricht seine Wahrheit. Einfach, oder? Frage, Antwort, fertig is. Den Grimm’schen Spiegel nutzt man heute nur noch der eigenen Haut wegen. Bei der Mär von Schneewittchen jedoch war der Blick in den Zauberspiegel ein Blick in die Welt. Wer ist die Schönste, wo ist die Schönste, was tut die Schönste? In Sekundenschnelle durchleuchtet ein Zauber das ganze Land. Ob Schneewittchen will oder nicht, der Spiegel spricht. Jetzt aber!, denkt die Königin und nutzt ihre Chance. Schnell einen glänzenden Appel verkaufen.

Die Jugend von heute schaut vor allem ins Internet, diesem Gewirr von Märchen und Wirklichkeit. Ein technischer Zauber sucht und findet und spricht. Schon sind wir wieder beim Spiegel der Königin. Wissen ist Licht und Glasfasern lenken Erleuchtung von überall nach überall. Na dämmert es?

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